Winterlager

Schnee oder kein Schnee? – Das ist hier bzw. in Waldhäuser am Fuße des Lusen alljährlich die Frage. Und damit verbunden eine ganze Reihe an organisatorischen Aufgaben, die in der Regel hinfällig sind, falls ausreichend Schnee liegt. Um es kurz zu machen: Es war zu wenig!

Zwar konnten wir an zwei Tagen noch Langlaufen, mussten dafür aber einen Umweg mit diversen Bustransfers ins Schneeloch nach Finsterau machen, aber auch dort war die Lage eher mau. Zu wenig Niederschläge bei zu hohen Temperaturen lassen keine weiße Pracht entstehen, der Klimawandel macht sich seit Jahren auch im kalten Bayerischen Wald bemerkbar. Trotzdem hatten wir Glück: Das Schlittenfahren vom Lusen war herrlich, denn der Untergrund war vereist und ab 1000 Meter Höhe wandelte sich der Regen dann um in schöne Flocken, sodass wir eine weiche Neuauflage auf der Rodelstrecke genießen konnten. Auch die Tour mit Schneeschuhen auf den Granitgipfel des Lusen hat bleibende Erinnerungen hinterlassen: Erschöpfung und Glück beim Erreichen des Gipfelkreuzes, aber auch beißende Kälte und gnadenlos wehender Eiswind.

Die beiden Informationszentren, das Hans-Eisenmann-Haus im Süden und das Haus zur Wildnis im Norden des Nationalparks, waren bewährte und interessante Ziele, ebenso das riesige Tierfreigelände mit Wolf, Bär, Luchs und Wisent, aber auch der architektonisch reizvolle Baumwipfelpfad, auf dessen Spitze man bei guter Sicht die Alpenketten erkennen kann. Eine Begegnung der besonderen Art hatte eine der Schlittengruppen auf dem Weg zum Lusen: Sie traf auf Franz Schuster aus Schönbrunn am Lusen, der den markanten Berggipfel bereits mehr als 3200 Mal bestiegen hat!

Ob sich die Freude des Glaggerl Franz (so wird er von den Einheimischen genannt) an der Besteigung des Lusen auf die Kinder übertragen hat, sei dahingestellt. Ihre Freude am Draußensein und der Bewegung an der frischen Bergluft war durchaus erkennbar. Aber auch im Ameishof, unserer Jugendherberge, die wir aufgrund der Gruppengröße ganz für uns allein zur Verfügung hatten, war die Stimmung ausgelassen und heiter.

Ein großer Dank geht an meine Freunde und Begleiter aus der Lehrerschaft, ohne deren Unterstützung und Einsatzbereitschaft diese und alle vorhergehenden Wintersportwochen nicht möglich gewesen wären!

Eine besondere Erwähnung verdient auch die Familie Klepmeir aus Winden am Aign (Autohaus Klepmeir), die jahrelang und auch heuer wieder ein Transport- und Begleitfahrzeug kostenlos zur Verfügung gestellt hat.