Parisfahrt

Dank der stimmlich glorreichen Talente in unserer Gruppe und den einfach Sing-Begeisterten unter uns ersetzten die 19 Teilnehmer der Abschlussfahrt 2016 durchgehend das Radio für die Lehrer sowie das Buspersonal auf der 10-stündigen Fahrt von dem kleinen Ingolstadt in die Metropole Paris.

 

Das ungewohnte Bild einer modernen Jugendherberge in einem sehr wenig touristischen, einfachen Viertel katapultierte uns Schüler in die Welt der Großstadt.

 

Gleich am ersten Abend erlebte die Gruppe das quirlige Paris auf dem Künstlerberg Montmartre. Danach stärkten wir uns bei einem typisch französischen „pique-nique“ auf den Stufen nicht weit von der Kirche, von wo aus alle den postkartengleichen Ausblick über die Dächer von Paris genossen.

 

Die dunklen Katakomben, die wir am Morgen des nächsten Tages besuchten, bildeten einen Kontrast zu unserem ersten Eindruck von Paris, den das Sacré-Coeur am Vorabend in einem goldenen Licht geboten hatte. Die kühlen Eindrücke der unterirdischen Massengräber bildeten einen Kontrast zu der geschäftigen Großstadt.

 

Herr Wittmann, die Verkörperung eines Geschichtslexikons, erzählte und beantwortete zu unserer Bereicherung viel.

In den Menschenmassen des Schlosses von Versailles stellt der weinrote Teppich die einzige Orientierungsmöglichkeit dar. Dieser lotste sowohl durch den Urwald der fotografierenden Touristen, als auch durch das Labyrinth der Wände, die abwechselnd durch Herrscherportraits dekoriert und von riesigen Fenstern in den Schlosspark durchbrochen wurden. Sogar die wegweisenden optischen Signale des schwarz orangenen ARTE-Baumwollbeutels von Herrn Wittmann gingen in der Menschenmasse unter.

Wie eine Magierin zauberte Frau Dechantsreiter immer wieder Metro-Tickets aus ihren Taschen, die uns das Erreichen entfernter Ziele ermöglichten.

 

Der Eiffelturm zeigte sich als stählerner König, welchen wir Dank einer Bootsfahrt, einiger Brücken und Aussichtsplattformen im Laufe der Woche in Paris aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten konnten. Wie Könige und Königinnen fühlten wir uns auch selber, wenn wir gelegentlich in kleinen Gruppen Pilgerreisen zu berühmten Pâtisserien durchführten. Bei Fragen zur französischen Grammatik oder zu speziellen Ausdrücken war Frau Dechantsreiter stets zur Stelle.

 

Die große Pariser Oper erfüllte uns mit Staunen. Das enge Geflecht aus Spiegeln, Steinmetzarbeiten, Säulen, Treppen und goldenen Elementen in der Pariser Oper vermittelte uns die Illusion, sich als kleine Ameise in einem riesigen Ameisenbau zu befinden.

Die nächsten Stunden wurden der pompösen Galerie Lafayette gewidmet. Aber auch Besuche berühmter Kirchen in Paris, wie z.B. Saint-Eustache durchwebten unsere Tagesplanungen.

 

Von dort aus ging der Weg weiter zum Louvre und wir erfrischten unsere Füße in den Wasserbecken vor dem Gebäude, womit wir nicht die einzigen auf dem großen Platz waren. Die gefühlten 35°C entwickelten sich zu einem erträglichen Außenfaktor.

Auch der nächste Tag wurde deutlich von der Kunst geprägt. Zunächst fiel eine Identifizierung der Kunstwerke im Musée d’Orsay schwer. Was zeugt wohl mehr von Kunst – die detailreichen Gemälde und Marmorskulpturen oder die großen Räumlichkeiten dieser ehemaligen Bahnhofshalle sowie die allgemeine Kombination und Anordnung der Kunstwerke?

Die Hektik und Lautstärke, mit der sich der wunderschöne Platz „Place de la Concorde“ zu seiner Rush-Hour ausdrückt, stimulierte all unsere Sinne. Somit konnten wir danach die Seerosen von Monet, in der Orangerie am Ufer der Seine, in ihrer ganzen Farbenpracht aufnehmen.

 

Ein riesiges Dankeschön an Carolin Dechantsreiter und Wolfgang Wittmann, unter deren Aufsicht sich jedes Gruppenmitglied ausnahmslos immer sicher sowie in gewisser Freiheit bewegen konnte.

Konzentrierte Erlebnisse und Besichtigungen füllten den vielseitigen Aufenthalt in Paris, der uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Valérie Taffertshofer, Q12

 

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