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Fahrten

Parisfahrt

Eines haben die meisten Klassenfahrten des Gnadenthal-Gymnasiums gemeinsam: Sie beginnen zu horrend frühen Uhrzeiten! Im Falle unserer Abschlussfahrt nach Paris war es 06:45 Uhr morgens am Hauptbahnhof! Und die Größe der Koffer scheint von Fahrt zu Fahrt anzuwachsen: Einige der mitgeführten Exemplare hatten monumentale Ausmaße, die eher auf eine Reisedauer von mehreren Wochen anstelle von 7 Tagen schließen ließen.

Nach der für die Deutsche Bahn typischen Verspätung brachte uns ein ICE nach Frankfurt. Danach ging es mit dem TGV und 313 km/h Höchstgeschwindigkeit Richtung Paris „Gare de l’Est“. Auf dem Weg vom Bahnhof zur Jugendherberge machten wir die erste Bekanntschaft mit der berühmt-berüchtigten Pariser Metro, die unser treuer Begleiter für die nächsten Tage bleiben sollte.

Nachdem alle Zimmer und Betten bezogen waren und schließlich auch der letzte Teilnehmer das WLAN-Passwort gefunden hatte, ging es los zur ersten Erkundungstour. Diese führte uns auf den Künstlerhügel Montmartre mit der bekannten Kirche Sacré-Coeur, auf deren Stufen wir bei fantastischer Aussicht über die Stadt unser zuvor (selbstverständlich in bestem Französisch) erworbenes Abendessen verspeisten.

Am nächsten Tag standen die Conciergerie und die mit prächtigen, bunten Glasfenstern verzierte St. Chapelle auf dem Plan. Dabei machten wir erste Erfahrungen mit den strikten Sicherheitskontrollen, die man nahezu vor jeder touristischen Attraktion durchlaufen muss.

Am Abend ging es dann klassisch mit Baguette unter dem Arm zum Canal St. Martin, wo der erste Tag in der Millionenmetropole stimmungsvoll zu Ende ging.

Der folgende Tag begann mit zeitigem Aufstehen und der Fahrt in der überfüllten Metro zur Opéra Garnier. Nachdem Herr Wittmann uns mit dem nötigen Wissen über das prunkvolle Gebäude versorgt hatte, folgte die nähere Erkundung auf eigene Faust. Wir bestaunten den acht Tonnen schweren Kronleuchter, der gerade zwecks Inspektion von der Decke in den Zuschauerraum herabgelassen war, und versuchten, die richtige Perspektive für Fotos in einigen der tausend Spiegeln zu finden. Im Anschluss folgte ein Spaziergang zum Tour Montparnasse, von dem aus wir einen beeindruckenden Rundumblick auf Paris genossen. Abends trafen wir uns in einem Couscous-Restaurant zum gemeinsamen Essen.

Am nächsten Morgen machten wir uns in aller Frühe zu Fuß zum Musée d’Orsay auf, einst als Bahnhof zur Pariser Weltausstellung gebaut und heute eines der bedeutendsten Museen von Paris. Wer sich in dem riesigen Gebäude zurechtfand, konnte Gemälde von van Gogh bis hin zu Monet bewundern, ebenso wie Skulpturen und Statuen, Grafiken und Fotografien. Anschließend machten wir uns auf den Weg zum wohl berühmtesten Bauwerk von Paris, dem Eiffelturm. Nach den obligatorischen Selfies und dem Gruppenbild für den Jahresbericht ging es weiter Richtung St. Michel, einem für seine Restaurants und Bars bekanntem Viertel unweit der Seine. Dort wurden wir dann mit der schwierigen Aufgabe betraut, uns aus der überwältigenden Auswahl an Essensmöglichkeiten eine auszusuchen und dort unser Abendessen zu uns zu nehmen.

Tags darauf stiegen wir dann hinab in die Katakomben unter Paris. Dort bestaunten wir die unzähligen menschlichen Gebeine, die aus Platzmangel und hygienischen Gründen im 19. Jahrhundert auf den Pariser Friedhöfen ausgegraben und in den unterirdischen Gewölben zur letzten Ruhe gebettet wurden. Die Art, wie die Knochen sortiert und angeordnet waren, hatte durchaus etwas Kunstvolles an sich.

Was folgte, wurde im Tagesplan harmlos als „Spaziergang III“ bezeichnet! In Wirklichkeit handelte es sich jedoch um einen Gewaltmarsch durch das heiße Paris vorbei am berühmten Louvre mit kurzer Pause für Fotos und einer weiteren Erläuterung seitens Herrn Wittmann bezüglich des berühmten Museums. Anschließend ging es weiter zum Arc de Triomphe, dem berühmten Bogen inmitten eines Kreisverkehrs, auf dem sich vierspurig der Pariser Verkehr drängt. Auch nach mehrfacher Umrundung des Platzes blieb es uns ein Rätsel, wie man ihn unfallfrei aus der Nähe hätte betrachten können.

Die abendliche Aktivität bestand nach ausgiebigem Picknick an der Seine aus einer Bootsfahrt auf selbiger, vorbei an Eiffelturm und Musée d’ Orsay bis hin zu Notre Dame. Nach all den Fußmärschen der vergangenen Tage eine sehr entspannte Art der Stadterkundung!

Am folgenden Tag statteten wir dem Atelier des Lumières einen Besuch ab. Dabei handelt es sich um eine alte Lagerhalle, die dank unzähliger Projektoren unter der Decke zu einer Art begehbarem Kino wird. Dabei werden nicht nur Kunstwerke berühmter Maler an die Wände projiziert, sondern beispielsweise auch das Weltall mit unzähligen Sternen und Planeten. Insgesamt ein höchst faszinierendes und beeindruckendes Erlebnis! Der Nachmittag stand uns Schülern zur freien Verfügung und so schwärmten wir in alle Richtungen aus, jeder nach seinen eigenen Interessen, die zwischen Shopping-Malls und der nächsten Möglichkeit der kulinarischen Versorgung mäanderten.

Den wortwörtlich krönenden Abschluss bildete das weltberühmte Schloss Versailles. Vom Prunk und den Menschenmassen innerhalb des Schlosses etwas erschlagen, war der Aufenthalt in den weitläufigen Gartenanlagen sehr angenehm, vor allem, als Herr Wittmann uns auf eine abgelegene Wiese lockte und uns dort aus einem Buch zur Geschichte des Schlosses vorlas. Dass dabei viele der geneigten Zuhörer vom Schlaf übermannt wurden, lag nicht etwa an Herrn Wittmann oder dem Inhalt der Lesung, sondern vielmehr an allgemeinem Schlafmangel!

 

Der Hinweis auf dem Informationsblatt zur Fahrt, dass man eine Stadt ergehen müsse, um sie kennenzulernen, hätte uns eigentlich stutzig machen müssen, aber nach 6 Tagen und über 300 zu Fuß zurückgelegten Kilometern können wir sagen: Es hat funktioniert!

Ein großer Dank gilt an dieser Stelle Herrn Wittmann, dessen unglaublich großes Wissen über diese Stadt und ihre Geschichte, welches weit über die „offiziellen“ Punkte der Fahrt hinausging, für uns von unschätzbarem Vorteil war!

Sie waren der beste Stadtführer, den wir uns hätten wünschen können!

Ein besonderer Dank geht auch an Frau Franz und Frau Schröppel, die sich mit Herrn Wittmann tapfer die Verantwortung für eine so große Gruppe chaotischer Schüler in einer chaotischen Stadt aufluden!

Alexander Busch

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