Winterlager

Fünf Klassen im bayerischen "Outback"

22. Februar - 6. März

Mit dem Winter ist das so eine Sache: Fällt Schnee in Donau-Ingolstadt, beäugt man ihn zumeist missmutig, denn er hindert in der dem Verkehrsinfarkt längst erlegenen Stadt die Bevölkerung am flotten Vorwärtskommen - trotz der allgegenwärtigen Quattro-Ausstattung. Schneit es aber im Bayerischen Wald, dann schlägt das Herz all jener Kollegen und Kinder höher, die im Februar und März nach Waldhäuser auf Klassenfahrt gehen: Das Winterlager steht an!

Eine etwas ungewöhnliche Wetterlage hatte uns Anfang Februar eine ordentliche Menge Schnee nach Ingolstadt geschaufelt, nicht aber auf die Höhenzüge des Bayerwaldes; und so bangten wir Lehrer wie beinahe jedes Jahr, ob die weiße Pracht am Lusen für unser Programm reichen würde, kurzum: Es passte!

Die weit über hundert Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe konnten in den zwei Wochen die ganze Breite unseres alternativen Wintersportangebots genießen und erleben: Langlaufen, Schlittenfahren, Schneeschuhlaufen, Winterwandern und Bogenschießen. Da bleibt aber auch genügend Zeit für das soziale Miteinander am Esstisch, im Zimmer, beim Spielen drinnen und draußen, insbesondere aber auf den "Kennenlern-Sofas" im Eingangsbereich der Jugendherberge Waldhäuser.

Es ist auch dieses einladende Haus, der Ameishof, das unsere Fahrt in den Winter so lohnenswert macht: weiträumig und doch behaglich, historisch und doch modern, eine Herberge mit Charakter. Der kommt natürlich nicht von ungefähr: Martin Herbinger und seine Mannschaft sorgen für ihre Gäste und geben ihnen den nötigen Freiraum, damit auch individuelle Bedürfnisse gestillt werden können. Die Gnadenthaler Lehrkräfte haben "ihre" Jugendherberge und mit ihr auch Elke, Martina, Gregor und Georg längst ins Herz geschlossen. Auch unsere Kinder belegen ihre Sympathie mit dem Haus immer wieder, wenn sie am Ende einer langen Tagestour fragen: "Wann samma na wieda dahoam(!) "

Die Abgeschiedenheit des Dorfes am Fuße des Lusen auf etwa 1000 Meter Höhe ermöglicht erst den Abstand vom (Schul)Alltag, Verkehr und Geschäftigkeit der Stadt können hier tatsächlich ausgeblendet werden, geben den Blick frei und bündeln ihn in der Konzentration auf das Wesentliche: die Natur im Winter, Flora und Fauna der kalten Jahreszeit in Deutschlands erstem Nationalpark.

Die beigefügten Fotos können dem Leser dieses Jahresberichts hiervon einen Eindruck vermitteln. Mein Dank gilt allen mitfahrenden Kolleginnen und Kollegen, allen voran Hermann Bach, der für die zweite Gruppe verantwortlich zeichnete. Hervorheben und Dank aussprechen möchte ich zudem Familie Klepmeir, Winden am Aign, die uns auch in diesem Winter wieder ein Transport- und Begleitfahrzeug unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat; das macht sie nun schon seit zehn Jahren! Vergelt 's Gott!

 

Erich Baumgärtner

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